Donnerstag, 5. November 2009

Fight the pounds

Nach der unten beschriebenen Germanwings-Affäre habe ich für mich den Entschluss gefasst, den Kilos gründlich den Kampf anzusagen. Was sich da einem für Hindernisse in den Weg stellen, das ist einfach unfassbar...

Also zunächst einmal muss ich mit einem bösen Vorurteil aufräumen: Man nimmt als Mitglied eines Fitnessstudios nicht ab. Ich zahle bereits seit 3 Monaten fleißig und zuverlässig meine Mitgliedsbeiträge und was hat es gebracht? Nada, Niente, Null, Zero, nothing! Da können die ukrainischen Michschnittenvertilger noch so lange dümmlich in die Kamera grinsen, das hilft einfach nichts! Zugegeben, ich hatte hier wohl auch einen Fehler im System. Mit Mitgliedsbeitrag zahlen und in diesen 3 Monaten gesamt 3 mal hingehen (in der ersten Woche) ist es nicht getan... Ich habe Besserung gelobt, suche aber dennoch einen Peitschenschwinger, der mir regelmäßig mit Anlauf in den Hintern tritt, mich zum Training jagt und sich von solch unwichtigen Aussagen wie "aber ich muss doch so lange Arbeiten, ich hab so viele Termine, ich hab Migräne..." und ähnlichem nicht beeindrucken lässt. Für die Montage hab ich so jemanden gefunden. Gut, jetzt hat Matthias nicht gerade eine Peitsche, worum ich auch recht dankbar bin, aber er wird mich in seiner unnachahmlichen, völlig unpenetranten, liebenswürden Art und Weise regelmäßig daran erinnern, dass wir dort zusammen hin wollten. Jetzt fehlt mir noch jemand für Mittwoch oder Donnerstag. Jemand Interesse?

Was die Sache mit dem Abnehmen nicht zwingend einfacher macht, ist die Anwesenheit eines bereits weiter unten beschriebenen schwangeren Wesens zu Hause. Ich glaube, es war Dienstag, als wir im Vorabendprogramm einen internationalen Wettbewerb sahen, in dem es um den besten Schokopudding ging. Es traten Deutschland, Frankreich und Italien an. Die französische Backofenvariante duftete geradezu aus dem Fernseher, mein Magen machte sich mit überlautem Knurren bemerkbar. Damit umzugehen war aber wesentlich einfacher wie mit der Tatsache, dass meine bessere Hälfte wie ein Kugelblitz in der Küche verschwand. Nur kurz darauf kam sie mit zwei dampfenden Tellern - was sag ich: Salatschüsseln! - voll Schokopudding wieder heraus. Gott, was hat es mich Überwindung gekostet, ihr klar zu machen, dass sie meine Portion doch bitte wieder in die Küche stellen soll, sie könne den Pudding ja morgen zum Frühstück essen. So direkt nach den üblichen Schwangerschaftsfrühstücksorgien mit Nudeln in Schinken-Sahne-Soße - Schinken ist hier auch mit Champignons austauschbar - den Cheeseburgern, den Spaghetti oder dem Rest vom Chinesen von gestern...

Als kontraproduktiv zu den Abnehmplänen könnte sich natürlich auch die herannahende Weihnachtszeit erweisen. Auch hier war es in den vergangenen Jahren stets Mitte November soweit: Der Backwahn (nicht zu verwechseln mit dem indischen Sektenguru Baghwan) brach aus. Es wurde gebacken, was der Ofen hergab. Und ich bin hier stets ein dankbarer Konsument gewesen. So ein Blech Vanillekipferl ist ja problemlos mal in 15 Minuten inhaliert! Mir schwant übles, denk ich an die Weihnachtszeit... Was ich beim obigen Schokopudding geschafft habe, wird mir sicher auch bei dem einen oder anderen Gebäck gelingen, aber höhlt nicht steter Tropfen jeden Stein?

Nein, ich habs mir fest vorgenommen. Und ohne jetzt zu zählen, wie oft ich mir das vorgenommen habe, bin ich mir dieses mal sicher, dass es klappt! *schwör*