Donnerstag, 27. Juni 2013

Mythos Gender-Pay-Gap und Frauenquote

Ich halte die Diskussion um die Frauenquote für ähnlich unsinnig wie um die angebliche "gender-pay-gap".
Schauen wir uns diese ungerechte Bezahlung und die zu Grunde liegenden statistischen Zahlen mal genauer an: Natürlich klingt es erst einmal sehr diskriminierend, wenn die Bruttostundenlöhne aller Frauen im Schnitt um 22% unter den Bruttostundenlöhnen der Männer liegt. Skandalös! Grund genug für Feministinnen auf die Straße zu gehen!

Was sagt diese Zahl aber aus? Nichts. Rein gar nichts. Das hatte zwischenzeitlich sogar die SPD erkannt, heutzutage spricht man von einer sog. "bereinigten gender-pay-gap", in dem Variablen wie Bildung, Alter und Berufserfahrung mit einberechnet werden. Es ist nunmal ein Fakt, dass weit mehr Männer als Frauen in den klassischen Berufen mit höheren Einkommen tätig sind und weit mehr Frauen beispielsweise im sozialen Bereich tätig sind, der ja nun nicht gerade dafür berühmt ist, Reichtümer zu erzeugen. Interessanterweise spricht man bei der bereinigten gender-pay-gap auf einmal nur noch von 8% Gehaltsunterschied, das ist empirisch belegt. Nun wird wiederum argumentiert, dass diese 8 % aber ausschließlich durch Gehaltsdiskriminierung hervorgerufen werden.

Blödsinn, sage ich da nur.

Die Sachverständige der Bundesregierung zu diesem Thema, Dr. Christina Boll, belegte diese bereinigte gender-pay-gap in einer schriftlichen Stellungnahme an den Bundestag mit diversen Grafiken. Unter anderem stellt sie mit dieser Grafik aber auch einen Vergleich zwischen "Karrierefrauen" und "Müttern" auf, wobei ich diese Unterscheidung bzw. die Benennung der Kriterien schon für sehr fragwürdig halte, da dies impliziert, dass Mütter keine Karrierefrauen und Karrierefrauen keine Mütter sein können:

5894131463002370544.png
Was Frau Dr. Boll hierbei aber offenbar entgangen ist: Sie widerlegt den Mythos der diskriminierenden gender-pay-gap. Und zwar vollständig. Eigentlich offenbart sie die Tatsache, dass hier in diesem Fall die Gaps, die Lücken überall weitaus größer als 8 % sind. Hier wird also nicht diskriminiert, es wird in aller erster Linie der Berufserfahrung Rechnung getragen. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, das ist einfach nur eine gerechte Entlohnung durch den Arbeitgeber. Man kann von einem Arbeitgeber meinem Erachten nach nicht erwarten, dass er Frauen gegenüber Männern besser stellt, indem diese für weniger Berufspraxis und somit in der Regel weniger Produktivität das selbe Entgelt erhalten. Im Übrigen bedeutet dies natürlich auch, dass die Worte "Karrierefrau" und "Mütter" beliebig gegen die Worte "Karrieremann" und "Vater" ersetzt werden können, sofern die Väter zu Hause bleiben. Dass das in der Gesellschaft nach wie vor eher die Ausnahme darstellt, ist nicht die Schuld von Unternehmen und Wirtschaft. Insofern ist hier keine geschlechterspezifische Diskriminierung zu erkennen.

Es ist die individuelle Lebensentscheidung eines jeden Einzelnen, wo er seine Prioritäten legt. Wenn diese beim Beruf liegen, ist er demzufolge entsprechend erfolgreicher, wenn diese bei der Familie liegen, wird dieser Tatsache seitens der Unternehmen Rechnung getragen - sofern nicht ohnehin ein tarifvertragliches Regelwerk zu Gunde liegt.

Das wird bei dieser Diskussion übrigens völlig übersehen. Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet im Einzugsbereich eines Tarifvertrags. Hier ist von vorneherein eine geschlechterspezifische Diskriminierung ausgeschlossen. Ich habe in keinem Tarifvertrag jemals eine Unterscheidung zwischen Männlein und Weiblein gesehen, wenn es um die Entlohnung geht.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Die Frauenquote. Wird diese benötigt? Wenn man obiger Argumentation folgt, wird auch sehr schnell ersichtlich, warum verhältnismäßig wenig Frauen in Aufsichtsräten und sonstigen Chefetagen sitzen. Zum einen darf auch hier wieder davon ausgegangen werden, dass unter den Gesamtarbeitnehmern der Anteil der Männer mit der entsprechenden Qualifikation höher ist. Wenn man nun weitere Faktoren wie Familienplanung, Berufserfahrung und ähnliches zu Grunde legt, stellt man auch sehr schnell fest, dass die bisherige Quote eigentlich zwingend logisch und notwendig ist. Es ist eine interessante Tatsache, dass sich viele Frauen, die Spitzenpositionen erreicht haben, vehement gegen eine dementsprechende Quote wehren.

In meinen Augen ist das ein extrem emotional aufgeladenes Thema, das durch Feministinnenbewegungen, Gendermainstreaming und dergleichen mehr massiv gepushed wird. Ich bleibe bei meiner Ansicht: Quote macht nicht kompetent und es gibt keine geschlechterspezifische Diskriminierung.